Geschichtliches

Pfarrkirche St. Martin

St. Martin Jöhlingen

Quelle: privat

Im Jahr 1764 schreibt Pfarrer Sebastian Pfreundschigk, der schon seit 1722 hier Pfarrer ist, "unsere Pfarrkirche ist zu klein und renovierungsbedürftig. Eine Erweiterung ist dringend notwendig." Ähnlich schreibt im gleichen Jahr auch Dekan Habermehl aus Bruchsal in seinem Visitationsbericht. Fast 20 Jahre war dann von Um- oder Neubauplänen nichts mehr zu hören. Endlich am 1.9.1781 schreibt der damalige Pfarrer Georg Antonius Mayer an den Bischof: "Jöhlingen hat 1120 Seelen, nur die Hälfte geht in die Kirche hinein, da sie zu klein ist, wie schon 1764 erwähnt." Das Vicariat von Speyer meint zunächst, man könne die Kirche erweitern und erhöhen und dadurch zwei Emporen schaffen. Doch der Pfarrer schreibt, dass nicht mehr als 570 Quadrat Schuh Platz dadurch geschaffen würden. Man beschließt also den Neubau der Kirche an einem anderen Platz, unterhalb der alten Kirche, nahe am Walzbach auf dem Gelände des Frühmessers.

Das bischöfliche Ordinariat Speyer gibt nun Anfang des Jahres 1782 die Erlaubnis zum Neubau der Pfarrkirche in Jöhlingen und dem Abriss der alten Kirche. Die Steine sollen für den Neubau verwendet werden. Zimmermann Jakob Messing aus Bruchsal hat die Pläne entworfen. Pfarrer Mayer berichtet nach Speyer, dass am 31.5.1782 mit dem Abbruch der alten Kirche und am 1.6.1782 mit dem Bau der neuen Kirche begonnen wird.

Das ganze Dorf scheint nun zu schaffen und an ihrer neuen Kirche zu arbeiten. Die Bauern fahren mit ihren Karren die Steine heran und starke Hände ziehen die Mauern hoch. Aus den Bauakten ist aus dieser Bauzeit nichts weiteres zu entnehmen. Am 3.11.1784 berichtet Pfarrer Mayer an den Bischof, der Kirchbau ist vollendet nach Anzeige des Baumeisters. Am 17.11.1784 wird die Erlaubnis zur rituellen Segnung und Abhaltung des Gottesdienstes erteilt. Ob eine feierliche Einweihung durch einen Bischof erfolgt ist, ist nicht ersichtlich.

(Die Geschichte der Pfarrkirche ist der Chronik von Dieter Göpfert entnommen. Dieter Göpfert war 1984 Pfarrer in Jöhlingen und schrieb die Chronik zum 200 jährigen Jubiläum.)

Glocken

Marienglocke

Quelle: privat

Die 4 großen Glocken der Kirche, die uns heute zum Gottesdienst rufen, wurden 1950 durch Pfarrer Uihlein angeschafft und von der Firma Bachert in Karlsruhe gegossen: Herz Jesu mit 1300 kg (Ton es), Maria mit 645 kg (Ton g), Joseph mit 365 kg (Ton b), Martin mit 279 kg (Ton c). Die Martinsglocke ist die einzige Glocke aus dem Geläut, welches 1934 durch Pfarrer Schneider angeschafft wurde.

Zuvor mussten während der Weltkriege die Glocken abgegeben werden, damit sie zu Waffen umgegossen werden konnten. Nur teilweise kamen die Glocken nach dem Krieg wieder zurück.
Als 5. Glocke hängt noch das Taufglöckchen auf dem Turm. Sie hing zuvor auf einem Bauernhause an der alten Ortsgrenze am ehemaligen Martinstor. Sie läutete bei Feuers- und Kriegsgefahr sowie zur Mittags- und Vesperzeit.

Wann auf dem Kirchturm in Jöhlingen erstmals eine Uhr die Zeit anzeigte, ist nicht mehr ersichtlich. In dem Vertrag von 1903 überlässt die politische Gemeinde aber der Pfarrgemeinde die Kirchturmuhr mit der Auflage, sie zu reparieren oder zu erneuern.
Die jetzige Uhr kam 1934 in den Turm. Es ist ein Uhrwerk mit dreifachem Viertelstundenschlag auf den drei kleinen Glocken und einem einfachen Stundenschlag auf der großen Glocke. Sie hat einen elektrisch-automatischen Gewichtsaufzug.

Orgel

Orgel

Quelle: privat

Die erste Orgel stammt aus der alten Kirche in Jöhlingen. 1888 wurde bei einer Überprüfung der Beschluss gefasst, die alte Orgel durch eine neue Orgel zu ersetzen. 1890 wurde die jetzige Orgel von der Firma Veith und Söhne aus Durlach gebaut. Die Orgel besitzt 18 Register.

Im Jahre 1903 überließ die politische Gemeinde der Kirchengemeinde Jöhlingen die Orgel, mit der Bedingung, künftige Reparaturen oder eventuelle Neuanschaffung zu übernehmen.

Kapelle Maria hilf

Quelle: privat

Auf der Wasserscheide zwischen Jöhlingen und Wöschbach steht eine Kapelle - errichtet zu Ehren Maria.

Im Jahr 1732 wurde sie an der jetzigen Stelle erbaut. Im Jahr 1783 wurde auf der linken Seite der Kapelle durch Anton Rüssel und Barbara Rüsselin ein Kreuz errichtet, 1857 auf der rechten Seite ein Kreuz durch Anna Winteroll.

Die erste Erwähnung erfolgt 1766: damals ersuchte Pfarrer Sebastian Pfreundschigk von Jöhlingen den Bischof von Speyer um Celebrationserlaubnis, da sehr viele Leute zur Kapelle pilgern. Dies wurde abgelehnt.

Die nächste Erwähnung ist 1767: der Eremit und Bruder Conrad Metzger aus Neibsheim ersuchte bei der Kapelle eine Eremitage zu errichten. Obwohl über ihn ein gutes Leumundszeugnis ausgestellt wird, wird sein Ansuchen vom bischöflichen Ordinariat Speyer abgelehnt.

Am 6. Juni 1839 wurde vom Pfarramt und Stiftungsrat Jöhlingen vorgeschlagen, die Kapelle abzureißen, da sie keinem besonderen Zwecke mehr diene. Ein weiterer Bescheid ist nicht zu ersehen, da aber die Kapelle bestehen blieb, ist anzunehmen, dass das Ersuchen zum Glück nicht bewilligt wurde. So ist die Kapelle auch heute immer noch Ziel vieler Wallfahrer von nah und fern. 

Gemeindezentrum St. Martinus

Quelle: privat

Als das Pfarrhaus im Jahre 1732 neu errichtet wurde, wurde auch die Pfarrscheune im Hof zwischen Pfarrhaus und Kirche neu gebaut. In unserer Zeit wurden die Räumlichkeiten der Scheune nicht mehr als solche benutzt. Deshalb wurde die Scheune im Jahr 1964 abgerissen und nach außen hin im alten Stile als Pfarrzentrum wieder aufgebaut. Lediglich nach Osten wurde die Bühne und nach Norden die Küche und die Toiletten angebaut. Das Pfarrzentrum St. Martinus umfasst heute einen Saal für ca. 120 Leute mit Bühne und Küche. Im Obergeschoss sind drei Räume für Sitzungen und Gruppenstunden eingerichtet.

Um den heutigen Erfordernissen zu genügen, wurde der Saal des Pfarrzentrums St. Martinus im Jahr 2001 umgebaut. Außerdem fand eine Erweiterung und eine Modernisierung des Toiletten- und Küchenbereiches statt.